Trockener Husten, Fieber und Atemnot: Was bisher über den Verlauf einer Infektion bekannt ist – und was nicht.

Jeden Tag lernen die Ärzte und Wissenschaftler was neues dazu. Was heute noch als die einzige Wahrheit angesehen wird, kann in nur ein paar Tagen schon als nicht mehr gültig und überholt angesehen werden.

Ein paar Erkenntnisse zum Verlauf einer Infektion und späteren Erkrankung mit dem Virus Sars-CoV-2 gibt es jedoch schon – und je länger die Corona-Pandemie noch anhält, desto genauer werden die Beschreibungen des Krankheitsverlaufs und der beobachteten Anzahl der Symptome ausfallen.

Wann treten Symptome auf?

Es dauert circa fünf bis sechs Tage von dem Zeitpunkt der Ansteckung bis zu dem Zeitpunkt, an dem die ersten Symptome auftreten. Die Inkubationszeit mit dem Coronavirus kann aber auch bis zu 14 Tage betragen.

Leider gilt es als sicher, dass viele Menschen auch dann schon ansteckend sind und das Virus übertragen, wenn sie selbst noch keine Beschwerden spüren und sich sehr fühlen.

Da sich Menschen erst zu Beginn der ersten Symptome nach einem Test erkundigen und dieser dann erst nach ein paar Tagen erfolgt, sind inzwischen schon mehrere Tage oder Wochen nach der Ansteckung vergangen.

Die zentrale Erfassung der Meldungen beansprucht zusätzlich ein paar Tage. Deshalb sind die offiziellen Angaben zur Zahl der Infizierten ungefähr zehn Tage – womöglich noch länger – älter und nicht der aktuelle Ist-Zustand.

Welche Symptome sind typisch für eine Infektion mit dem Coronavirus?

Hundertprozentig sicher lässt sich eine Infektion mit Sars-CoV-2 anhand der klinischen Symptome weder feststellen noch ausschließen.
Allerdings wurden in vielen Untersuchungen und Erfahrungsberichten Fieber und trockener Husten als häufigste Beschwerden genannt.

In den ersten Studien wurde allerdings berichtet, dass diese beiden Kernsymptome bei mehr als drei Viertel der Patienten auftreten.
Kürzlich vermeldete das Robert-Koch-Institut, dass Fieber und Husten jedoch nur bei circa 40 bis 50 Prozent der Infizierten in Deutschland vorkommen würden.

Der Unterschied liegt daran, dass in kaum einem Land so viel getestet wird wie in Deutschland und deshalb hier auch mehr Infizierte mit wenigen oder gar keinen Symptomen erfasst werden. Die ersten Studien kamen vorwiegend aus Asien oder waren Berichte von besonders schweren klinischen Verläufen, in denen naturgemäß häufiger Symptome geschildert wurden.

Auch unklares Fieber allein könnte auf Covid-19 hindeuten. Erschöpfung und Gliederschmerzen sind zudem relativ häufig und wurden bei fast der Hälfte der Patienten beobachtet. Kopfschmerzen und Halsschmerzen sind hingegen seltener, können aber auch vorkommen.

Das Gleiche gilt für Schnupfen und eine triefende Nase, auch Durchfall kam bei einigen Patienten vor. Die letztgenannten Symptome allein machen eine Infektion jedoch eher unwahrscheinlich, da Fieber und trockener Husten dabei fast immer vorkommen.

Kurzatmigkeit, die sich bis zur Atemnot steigert, weist eher auf einen schwereren Krankheitsverlauf hin. Sie zeigt sich daran, dass die Atemfrequenz in Ruhe nicht mehr bei den üblichen zwölf bis 16 Atemzügen pro Minute liegt (bei Kindern ist sie wesentlich höher), sondern auf deutlich mehr als 20 Atemzüge pro Minute ansteigt.

Ein weiteres Indiz besteht darin, schon bei geringer Anstrengung außer Atem zu kommen, ohne dass dies zuvor in ähnlichen Situationen der Fall gewesen wäre. Wer aufgeregt oder ängstlich ist, hat ebenfalls eine höhere Atemfrequenz, deshalb sollte sie nicht dann gezählt werden, wenn die Aufregung gerade besonders groß ist.

Ist eine Infektion mit dem Coronavirus bei Schnupfen ausgeschlossen?

Wie erwähnt, kann es bei einer Infektion mit dem Erreger Sars-CoV-2 auch zu Schnupfen kommen, auch wenn dies deutlich seltener ist als trockener Husten. Eine laufende Nase ist deshalb kein Ausschlusskriterium; die Angaben zur Häufigkeit schwanken bisher zwischen fünf und 30 Prozent.

Was sagt die Art des Auswurfs über die Erkrankung aus?

Trockener Husten zeichnet sich nicht nur durch das bellend-heisere Geräusch aus, sondern auch dadurch, dass dabei nur vergleichsweise wenig Auswurf produziert wird. Das Gegenteil davon ist „produktiver Husten“. Dabei gilt die Faustregel, dass grün-gelb gefärbter Auswurf eher auf bakterielle Infektionen hindeutet, durchsichtig-glasiger hingegen für eine Virus-Infektion spricht.

Sind Geruch und Geschmack bei einer Infektion beeinträchtigt?

Es wurde zuletzt vermehrt darüber berichtet, dass Patienten während der Erkrankung nichts mehr riechen oder schmecken.
Wie häufig dies vorkommt, ist noch unklar. Leider sind diese Symptome nicht exklusiv auf eine Infektion mit dem Coronavirus beschränkt.
Je nach Erreger wird auch bei grippalen Infekten oder einer Grippe von Patienten darüber geklagt, dass sie während der Krankheit – und manchmal auch Wochen danach – nichts riechen oder schmecken.

Wie lange dauern die Symptome an?

Bei Menschen mit leichten Beschwerden klingen die Symptome meist nach zehn bis 14 Tagen ab.
Wer schwerer betroffen ist und in der Klinik behandelt werden muss, kann drei bis sechs Wochen lang krank sein und an Einschränkungen leiden.

Wer bekommt überhaupt Symptome?

Bisher gilt als gesichert, dass 80 bis 85 Prozent der Infizierten keine oder nur leichte Symptome bemerken. Bei 10 bis 15 Prozent der Betroffenen kommt es zu einem schwereren Krankheitsverlauf, bis zu fünf Prozent müssen intensivmedizinisch behandelt werden. Wenn sich die Vermutung bestätigt, dass die Zahl der Infizierten um den Faktor 10 höher liegt, als es aktuelle Zahlen vermitteln, würde der Anteil der schwer Erkrankten entsprechend geringer ausfallen. Unter den bisherigen Infizierten waren mehr ältere Menschen, mehr Männer und mehr Patienten mit Vorerkrankungen.

Die wichtigsten Unterschiede zwischen Covid-19, Erkätung und einer Grippe (Quelle: SZ):

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